Mit dem Velo in den Stadtverkehr?
Mit dem Velo in den Stadtverkehr?
Ich habe es in den letzten Jahren genossen, allen meinen Kindern das Autofahren beizubringen. Noch bevor sie sich für Fahrstunden angemeldet haben, übte ich mit ihnen auf einem grossen Parkplatz anfahren, schalten, und rechtzeitig auch wieder bremsen und anhalten. Später waren wir viele Stunden auf den Strassen unterwegs, um Fahrpraxis zu sammeln. Dabei gab ich ihnen nicht nur Anleitung, wie man mit dem Auto von A nach B kommt mit, sondern auch Werte wie rücksichtsvolles und umsichtiges Fahren, usw.
Ich schaue gerne auf diese Zeit zurück. Natürlich habe ich die Zeit, die man zu zweit im Auto verbringt, genossen. Irgendwann sind sie ja dann auch so weit, dass es möglich ist, während dem Fahren das eine oder andere Gespräch zu führen. Es hat mir aber auch echt Freude gemacht, meinen Kindern Autofahren beizubringen und selbstverständlich war es mir auch wichtig, dass sie gute und verantwortungsbewusste Autofahrer werden. Soweit ich das beurteilen kann, ist das gelungen 😉
Nun, beim Strassenverkehr fühlen die meisten Eltern sich sicher und es ist für uns normal, dass wir unsere Kinder mit auf den Weg nehmen und sie darin einführen. Sei dies in der Kindheit noch mit dem Fahrrad, später vielleicht mit dem Töffli (Moped) und schlussendlich dann eben mit dem Auto.
Niemals würden wir unser Kind mit dem Fahrrad in den Verkehr einer Grossstadt schicken und sagen, sie sollen halt mal ihre Erfahrungen machen. Es ist uns völlig klar, dass sie Anleitung brauchen, Zeit zum Lernen und gute Werte.
Doch wie ist es mit dem «digitalen Verkehr»? Sollte es nicht genauso selbstverständlich sein, dass wir uns dort sicher fühlen und unsere Kinder in die Welt der (sozialen) Medien einführen, sie begleiten, auf ihre Sicherheit achten und unsere Werte weitergeben?
Ich träume davon, dass immer mehr Eltern sich dieser Verantwortung bewusstwerden und auch die Herausforderung dieser Aufgabe annehmen.
Wenn dich dieser Gedanke anspricht, helfen dir vielleicht diese möglichen Schritte:
Kenne das Feld! Im Strassenverkehr kennst du dich aus. Schaffe dir einen guten Überblick über die digitale Welt, in der sich deine Kinder bewegen (werden).
Bewege dich selbst in dieser Welt. Du musst nicht jede App nutzen und jedes Game spielen. Aber Erfahrung sammeln, um ein echtes Gegenüber zu sein und um Fragen der Kinder beantworten zu können, ist grundlegend wichtig.
Sprecht über das, was ihr auf social Media erlebt. Lade dein Kind ein, zu reflektieren über das, was gerade aktuell ist.
Informiere dich über digitale Sicherheit. Ergreife Massnahmen, die dein Kind schützen und sprich mit deinem Kind über diese Themen.
Geniesst zusammen auch die schönen Seiten der Medien. Habt Spass zusammen beim Gamen, beim Filter auf Snapchat ausprobieren, bei lustigen Reels auf Insta, usw.
Lass dein Kind nicht allein in dieser Welt, sondern sei weiterhin der Ort, wo sie Anleitung, Antworten und Orientierung erhalten. Sei ein echtes Gegenüber. So, wie du es beim Strassenverkehr auch machst. 😊
Setze dir zum Ziel, mit deinem Kind so unterwegs zu sein, dass es einen verlässlichen inneren Kontrollmechanismus oder ein digitales Gewissen ausbilden kann (siehe letzter Blogeintrag). Mit dem Ziel, dass es sich einst selbständig und sicher im digitalen Verkehr bewegen kann.
Das Thema Medien ist für Eltern oft eine echte Knacknuss. In den letzten Wochen war ich mehrmals mit dem Seminar «Knacknuss Medien» unterwegs in Schulen und Kirchen und habe Eltern und Lehrpersonen vermittelt, wie sie den Umgang mit Medien bindungssicher und entwicklungsfördernd gestalten können.
Dieses Seminar gibt es auch als Webinar: Am 22. Juni 2026 live, oder ab dann per Aufnahme. Du kannst dich in jedem Fall für das Webinar anmelden und bekommst so oder so den Zugang zu der Aufnahme. Ob du live dabei bist oder nur die Aufnahme schaust, kannst du ganz kurzfristig entscheiden. Die Aufnahme wird bis zum 22. August 2026 verfügbar sein.
Vor wenigen Tagen ist mein Praxisbuch “Teenager verstehen” erschienen. Darin geht es um die Überquerung der Brücke von der Kindheit zum Erwachsensein. Im Buch erfährst du, was für Veränderungen und Herausforderungen auf deine Teenager warten und wie du sie optimal durch diese abenteuerliche Zeit begleiten kannst. Mit vielen Beispielen aus der Praxis und Raum für Reflexion.
“Teenager verstehen” ist die vertiefte Fortsetzung vom Workbook “Hilfe Pubertät”
Ab sofort erhältlich als E-Book zum downloaden und vorbestellbar als Ringbuch. (Wird ab Mitte Juni versendet)